Konzept Diplom 04 Inspiration

Gewalt wird vorwiegend dem männlichen Geschlecht zuschrieben. Männer sind die Ursache davon, Frauen und Kinder haben darunter zu leiden. Kriminologen erklären Gewalttaten von Frauen einzig und allein damit, daß diese unfreiwillig verübt werden.

Die Darstellung von Frauen in Werbespots und Magazinen der 50er und 60er Jahre verkörpert am ehesten diese Idee von weiblicher Unschuld. Einige Silhouetten der Kollektion beziehen sich auf Abbildungen jener Zeit.

Das perfekte Kleid, das makellose Make-up und das charmante Lächeln sind die wichtigsten Attribute dieses Typs der tüchtigen Haus- und liebenden Ehefrau. Nicht selten trügt der Schein: Ihre bevorzugte Methode des Tötens ist langsam, aber effektiv. Eine kleine Portion Gift ins tägliche Mahl der Ehemänner. Diese Mörderinnen werden daher auch "schwarze Witwen" genannt.

Neben Literatur waren Filme über (Serien)mörderinnen ein weiterer wichtiger Ausgangspunkt für diese Kollektion. Die meisten Filme männlicher Regisseure zeichnen ein ganz anderes Bild von der dunklen Seite der weiblichen Seele:

Mörderinnen im Film werden durch männliche Gewalt gezwungen zu töten. Sie alle befinden sich in Situationen, welche keine Perspektiven bieten: vergewaltigt ("Angel of Vengeance", Abel Ferrarra, 1981) oder einer geliebten Person beraubt ("Die Braut trug schwarz", Francoise Truffaut, 1968). Im Teufelskreis der Gewalt ist ihre einzige Chance zu überleben töten oder getötet werden ("Nikita", Luc Besson, 1990). Abgesehen von ihrem weiblichen Sexappeal ist ihr Verhalten männlich: kalt, brutal und selbstsüchtig.

"Angels" bezieht sich auf diese verschiedenen Aspekte von weiblicher Gewalt. Die Grundformen sind weiblich, elegant und klassich, trotzdem bleibt das Männliche, Unnahbare und Beängstigende spürbar.